Controlling

Inhaltsverzeichnis

 

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Das Controller-Leitbild 
der International Group of C
ontrolling

Controller gestalten und begleiten den Management-Prozess der Zielfindung, Planung und Steuerung und tragen damit Mitverantwortung für die Zielerreichung.

Das heißt:

 Formulierung des Controller-Leitbilds durch den Geschäftsführenden Ausschuss der IGC. Überarbeitete Version, Parma 14.09.2002

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Grundlagenpapier zur weiteren strategischen Entwicklung des Internationalen Controller Verein eV
(Auszug)

Wir stehen am Beginn eines neuen Zeitalters, das uns Controller in besonderer Weise herausfordert. Nicht nur, dass ein neues Jahrtausend begonnen hat. Nicht nur, dass die Globalisierung zu einer Realität geworden ist. Es sind grundlegende Veränderungen eingetreten in der Art und Weise, wie Werte produziert werden. Durch den Wegfall der abgrenzenden Funktion nationaler Grenzen hat sich das Verhältnis zwischen Wirtschaft, Politik und Kultur verändert.

Das betrifft aber auch die unmittelbaren betriebswirtschaftlichen Abläufe. Die ursprüngliche funktionale Gliederung in Einkauf, Fertigung und Vertrieb ist der Gestaltung integrierter Prozessketten zwischen Lieferanten und Kunden gewichen. In diesem Kontext sind Unternehmensgrenzen fließender geworden durch wechselnde Kooperationen und projektbezogene Zusammenarbeit. Gleichzeitig werden die Geschäftssysteme flexibler und verstärkt vom Markt her gestaltet. Nicht mehr das Produkt und seine Vermarktung stehen im Mittelpunkt sondern der Erfolg des Kunden, die dafür erforderlichen Prozesse und ihre Wirtschaftlichkeit. Das hat Einfluss auf die Kapitalstrukturen; sie verändern und erweitern sich. Neben das Finanzkapital ist das Wissen der Menschen als bestimmender Faktor getreten.

Das „klassische" Controlling ist von der Entstehung her ein Produkt der Industriegesellschaft und ihrer Orientierung auf die Interessen des Finanzkapitals. Diese Interessen gelten nach wie vor, aber es sind neue interne und externe Interessengruppen entstanden. Gleichzeitig ist das Controlling immer stärker in einen europäischen und globalen Kontext eingebettet. Dabei verstärkt sich der Trend zur Projektarbeit, die den Controller als Integrator und „betriebswirtschaftliches Gewissen" benötigt. Durch all das wird der Controller zunehmend gefordert, zwischen den verschiedenen Mentalitäten und Anspruchsgruppen ein „Dolmetscher" zu sein.

Was heisst das für uns, den Internationalen Controller Verein?

1. Vision / Leitbild

Der ICV stellt sich die Aufgabe, die Herausbildung, Verbreitung und Durchsetzung einer wertebezogenen internationalen Controlling-Philosophie zu fördern. Der ICV versteht sich als ein Netzwerk für den Erfahrungsaustausch von Controller-Praktikern. Ein Netzwerk, an der alle am Controlling interessierten Kräfte mitwirken können und das offen ist für die vielfältigen internationalen Controlling-Einflüsse, sie sammelt und eine gegenseitige Befruchtung der Ideen fördert. Ein Netzwerk, das die Herausforderungen begleitet, die sich aus der sich wandelnden Praxis der Controller und dem europäischen Integrationsprozess ergeben. Ein Netzwerk auch, das offen ist für Erkenntnisse aus Forschung und Lehre.

2. Werte

Wir entwickeln und vertreten das gesellschaftliche Image des Controllers als:

2.1 zukunftsorientiertem Mittler zwischen den verschiedenen Interessengruppen sowohl innerhalb von Unternehmen und Organisationen als auch zwischen ihnen;

2.2 „Dolmetscher" zwischen den unterschiedlichen „Sprachen", die sich aus der Sicht unterschiedlicher Aufgaben, Verantwortungen und kulturellen Erfahrungen sowie aus Unterschieden der branchen- und fachspezifischen Wissensbasis ergeben;

2.3 Transparenzverantwortlichem und Partner des Management zur Vorbereitung von Entscheidungen auf allen Führungsebenen;

2.4 kompetentem Experten, der auf der Basis einer praxisgerechten und allgemein akzeptierten Ausbildung (z.B. IGC-zertifiziert) ein eigenständiges Berufsbild verkörpert;

2.5 Mit-Verantwortlichem für die „Business Economics Competence".

3. Leitziel

Der ICV wird zu dem anerkannten Mittler zwischen Praxis und Wissenschaft. Er hat seine Basis im deutschsprachigen Raum und Ausstrahlung in weitere europäische Länder. Er will sich messen lassen an dem steigenden Image, das dem Controlling, seinen Trägern und dem Verein in der Gesellschaft zuerkannt wird.

4. Strategische Themen

4.1 Weiterentwicklung der ICV-Controller-Philosophie
Hierzu gehören sowohl Fragen der Ausbildung als auch der Förderung eines anerkannten Berufsbildes und einer Vielfalt controllingbezogener Ansätze.

4.2 Bildung regionaler Arbeitskreise mit hoher Attraktivität für praktizierende Controller
Der ICV versteht sich als Kompetenzadresse für den Erfahrungsaustausch unter Praktikern und zwischen Theorie und Praxis. Als Plattform dienen die Arbeitskreise, der Controller Congress und Tagungen.

4.3 Zusammenarbeit zwischen ICV und IGC

Die International Group of Controlling (IGC) ist eine internationale Interessengemeinschaft von Institutionen und Unternehmen, die Controlling in der praktischen Anwendung und Weiterentwicklung fördern wollen. Mitglieder sind: Controllervereinigungen; Weiterbildungsinstitutionen mit Angeboten im Bereich Controlling; Beratungsunternehmen mit dem Beratungsschwerpunkt Controlling; Softwareunternehmen mit umfassendem Controlling-Angebot; Forschungsinstitutionen auf dem Gebiet des Controlling; Unternehmen, die durch praktische beispielgebende Controlling-Konzepte zur Fortentwicklung der Controlling-Themen beitragen. Satzungsgemäß ist der Vorsitzende des ICV zugleich Vorsitzender des IGC. Der ICV kann zu praktischen zukunftsweisenden Fragen Studien durch die IGC anregen. Der ICV will dazu beitragen, die IGC zu einer europäischen Dachorganisation weiter zu entwickeln.

4.4 Öffnung des Internationalen Controller Vereins
Der ICV ist an einer breiten Verbindung zu anderen Ländern Europas interessiert. Ziel ist die Einbindung vielfältiger internationaler Controlling-Ansätze z.B. durch die Bildung von Arbeitskreisen sowie die Einbeziehung von Controlling-Experten in Veranstaltungen des ICV.

4.5 Einbindung von Unternehmen und Organisationen als Förderer des ICV
Der ICV strebt die Unterstützung seiner Arbeit durch interessierte Unternehmen und Organisationen an.

4.6 Äquidistanz zu allen Ausbildungseinrichtungen
Der ICV ist – ausgehend von seinen Werten – ein unabhängiges Netzwerk praktizierender Controller, egal aus welcher „Schule" sie kommen.

4.7 Konsequenzen für die Strukturen des ICV
Aus den strategischen Themen ergibt sich ein Bedarf zur Verbesserung bzw. Anpassung der Strukturen des ICV:

* strategische Lenkung und Beratung des Vorstandes

* Vorbereitung der Wahl von Vorständen

* Lobbying;

5. Potenziale für die Umsetzung der strategischen Themen

Der ICV kann sich auf folgende Potenziale stützen:

6. Prämissen für die weitere Arbeit

6.1 Der Vorstand schafft auf der Basis dieses Grundlagenpapiers die für eine strategische Fortentwicklung erforderlichen Strukturen.

6.2 Die Stärkung der Arbeitskreisleiter und die Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten ist eine zentrale Aufgabe des Vorstandes.

6.3 Der ICV versteht sich als die "Praktiker-Adresse" und beansprucht dafür die Themenführerschaft. Er verkörpert die "Kompetenz von Praktikern für Praktiker".

Feldafing, 18. Oktober 2003

Dr. Berger Vogel          Cornelia Bieler             Siegfried Gänßlen            Conrad Günther

Hermann Jenny            Ragnar Nilsson             Gudrun Reuter                 Dr. Walter Schmidt

Markus Stamm             Rainer Stelzer

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Sieben Chancen für Controller, ihren Wert zu steigern

Controller‘s erste Chance!

Die erste Chance besteht in der banalen Aussage (für jede Periode sowie kumulativ), ob die Einnahmen größer sind als die Ausgaben, d.h. ob das Unternehmen Geld verdient oder vernichtet. Der ausgewiesene buchhalterische Gewinn vermittelt dazu – zumindest für den nicht speziell ausgebildeten Fachmann – kein eindeutiges Bild. Beispielsweise werden

Eine einfache Kapitalflussrechnung auf der Basis von GuV und Bilanz kann hier hilfreich sein. Empfehlenswerter wäre allerdings eine originäre Cash Flow Rechnung unmittelbar aus den Daten der Buchhaltung.

Controller‘s zweite Chance!

Die zweite Chance besteht in der Aussage, mit welchem Nutzungsgrad wir das für uns relevante Marktpotenzial nutzen. Dabei geht es nicht um abstrakte Marktbetrachtungen sondern um konkrete Kunden und Interessenten

Controller‘s dritte Chance!

Die dritte Chance besteht in der Aussage, ob das laufende Geschäft tragfähig ist, d.h. ob die operativen Ausgaben des Unternehmens durch Kunden-Einnahmen gedeckt werden. Dazu gehört dann auch die klare Sicht auf die Art der operativen Ausgaben bezüglich ihrer Beeinflussbarkeit:

Controller‘s vierte Chance!

Die vierte Chance besteht in der Aussage, ob das laufende Geschäft auch die Aufwen­dungen für die Zukunft trägt, d.h. ob die Kundeneinnahmen abzüglich der operativen Ausgaben die strategischen Ausgaben decken. Und auch hier geht es darüber hinaus um die Klarheit bezüglich der Beeinflussbarkeit unserer strategischen Ausgaben:

Controller‘s fünfte Chance!

Die fünfte Chance besteht in der Aussage, wer als Partner zur Verfügung steht,
wenn das laufende Geschäft nicht die Aufwendungen für die Zukunft trägt. Zusätzliche Einnahmen können durch Eigenkapital, Bargeldzuschüsse, Förderkredite oder Bankkredite erfolgen. Der Controller sollte dabei nicht nur zeigen, mit welchen finanziellen Konditionen das verbunden ist, sondern auch die Abnahme der strategischen Eigenständigkeit darstellen. Denn die Geldgeber haben ihre eigenen strategischen Interessen, an denen Sie nicht vorbei entscheiden können.

Controller‘s sechste Chance!

Die sechste Chance besteht in der Aussage, ob das Unternehmen die Reproduktion der vorgeschossenen Gelder – d.h. den erforderlichen Ausgleich der Entwertung/Abschreibung strategischer Ausgaben früherer Jahre – gewährleistet. Das klassische Rechnungswesen verwischt diese Aussage; ein Teil der strategischen Ausgaben (Investitionen) wird aktiviert und abgeschrieben; ein anderer Teil (F&E, Personalentwicklung, Netzwerke …) nicht. Außerdem wird der Reproduktionsanspruch normalerweise nicht explizit ausgewiesen.

Controller‘s siebte Chance!

Die siebte Chance schließlich besteht in der Aussage, ob das Unternehmen die mit dem Geldvorschuss verbundenen Erwartungen erfüllt. Dazu sind drei Schritte erforderlich:

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